VERANSTALTUNGSORT

Kärnten
Diese Veranstaltung findet an verschiedensten Schauplätzen in ganz Kärnten statt.

ZUR PERSON

Bild des Akteurs: Rabea Edel

Rabea Edel
geb. 1982 in Bremerhaven, lebt in Berlin
Seit 2002 Studium der Germanistik und Romanistik in Berlin. Teilnahme am Treffen Junger Autoren (1996, 1998). Teilnehmerin der Autorenwerkstatt der Neuen Gesellschaft für Literatur in Berlin (2003).

Bild des Akteurs: Sylvia Geist

Sylvia Geist
Studium der Chemie sowie der Germanistik und Kunstgeschichte an der TU Berlin. Sylvia Geist lebt in der Nähe von Hannover und ist als freie Schriftstellerin, Redakteurin und Rezensentin tätig. Vorsitzende des Vorsitzenden des Verbands deutscher Schriftsteller Niedersachsen (VS).

Bild des Akteurs: Daniel Goetsch

Daniel Goetsch
geb. 1968, lebt in Zürich
Studium in Zürich und Toulouse (F).
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Bild des Akteurs: Eleonora Hummel

Eleonora Hummel
Eleonora Hummel, geboren 1970 in Kasachstan, entdeckte früh die Liebe zur Literatur. Bereits mit zehn Jahren begann sie ihren ersten Roman zu schreiben, der allerdings sein baldiges - und verdientes - Ende im Küchenofen fand. Es folgte eine kreative Schaffenspause von mehreren Jahren. 1980 zog Eleonora Hummel mit ihrer Familie in den Nordkaukasus, 1982 folgte die Übersiedlung in die damalige DDR. Nach Schulabschluss absolvierte Eleonora Hummel eine zweijährige Ausbildung zur Physiklaborantin, fand jedoch weit größeren Gefallen am Erlernen von Sprachen. Anfang der 90er Jahre schloss sie eine Zweitausbildung als Fremdsprachensekretärin für Englisch und Spanisch ab und arbeitet seither in diesem Beruf.
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www.eleonora-hummel.de

Bild des Akteurs: Vanja Lichtensteiger

Vanja Lichtensteiger
geb. 1970 im ehemaligen Jugoslawien, lebt in Zürich
1988 bis 1992 Studium der allgemeinen Physik an der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Fakultät der Universität
in Sarajevo (Bosnien-Herzegowina). 1993 bis 1996 Fortsetzung des Studiums (Experimentalphysik) an der Universität
Zürich. 1996/97 bis 2003 Studium der Publizistikwissenschaft und der slawischen Literaturwissenschaften an der Universität
Zürich. Seit 1998 Redakteurin beim Bulletin der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), Zürich und Freie Journalistin.

Bild des Akteurs: Maik Lippert

Maik Lippert
* 1966 in Erfurt. Pendelt mit seinem Leben zwischen Berlin und Kleinfahner (Thüringen). 1986 - 1991 Ökonomiestudium in Moskau. Von 1994 bis 2003 kaufmännisch tätig unter Ausbeutung erworbener Russischkenntnisse. Jetzt Lehrkraft in Berlin.

Bild des Akteurs: Nils Mohl

Nils Mohl
jahrgang 71, wurde in hamburg geboren, wo er auch heute lebt. er besitzt zwei hochschulabschlüsse, verdient sein geld mal hier und mal dort. in den letzten jahren verfasste er u.a. einen roman, ein uraufgeführtes theaterstück, lyrik und viel kurzprosa, was ihn weder reich noch berühmt gemacht hat.
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www.nilsmohl.de

Bild des Akteurs: Gisela Müller

Gisela Müller
1986 bis 1994 Studium der Theaterwissenschaft, Soziologie und amerikanischen Literatur.
Abschluß: Magister Artium. 1987 bis 1997 Regiehospitanzen und Regieassistenzen. Regie und Theaterprojekte: Alte Oper Frankfurt, Staatstheater Stuttgart und FestSpielHaus München. Seit 1999 freischaffende Schriftstellerin. Internet-, Ausstellungs- und Performanceprojekte.
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www.inbeta.de

Bild des Akteurs: Christiane Neudecker

Christiane Neudecker
geb. 1974, Dipl.-Regisseurin, Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst ERNST BUSCH; Veröffentlichungen im Prairie Scooner New York, Macondo, Wortlaut und vielen anderen; Inszenierungen u. a. im bat studiotheater Berlin, im Kleisttheater Frankfurt/Oder, in der Bremer Shakespeare Company; lebt und arbeitet in Berlin.
(Foto: Eike Braunsdorf)

Bild des Akteurs: Arne Rautenberg

Arne Rautenberg
Studium der Kunstgeschichte, Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Volkskunde. Lebt in Kiel als Autor und Künstler. Tätigkeit als freier Rezensent. Arbeit in Randbereichen der Photographie und an großflächigen Schriftarrangements in Räumen. Mehrere Ausstellungen. Herausgeber der Literaturzeitschrift "das haupt". Schreibt im "Forum der 13".

Literatur im Film // Arne Rautenberg: nichts_weiter_als // Musil-Haus, Klagenfurt, im Rahmen der Langen Nacht der Museen ( 07.10. 2006 ), 21,00 Uhr

Nichts_weiter_als: Was passiert, wenn mehrere Regisseure dieselbe Vorlage verfilmen? Vier Nachwuchsregisseure und Lars Büchel haben sich auf dieses Experiment eingelassen. Als Inspirationsquelle diente das Gedicht "nichts weiter als" des Lyrikers Arne Rautenberg. In ihm geht es um den Übergang von der Kindheit in die Jugend: Junge Menschen erleben einen Tag im Sommer, der voller intensiver Momente ist.

Bild des Akteurs: Birgit Utz

Birgit Utz
Jahrgang 1970, geboren in Karlsruhe.
Veröffentlichte 2001 den Krimi „Alte Bande“ im Espresso-Verlag, außerdem Kurzgeschichten in diversen Anthologien. 2002 Stipendiatin am Klagenfurter Literaturkurs. Der Roman "Weggefahren" erscheint im Frühjahr 2007 bei Minimal Trash Art.

Vladimir Vertlib
Vladimir Vertlieb wurde 1966 in Leningrad geboren, was inzwischen wieder St. Petersburg heißt. 1971 ging seine Familie nach Israel. Später übersiedelte er nach Österreich, dann zurück nach Israel, in die USA und schließlich 1981 wieder nach Österreich. Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien. Lebt seit 1993 als freischaffender Schriftsteller in Salzburg.

Bild des Akteurs: Antje Wagner

Antje Wagner
Geboren 1974 in Wittenberg/DDR, lebt und arbeitet in Potsdam/Brandenburg. Stationen u.a.: Studium deutsche und amerikanische Literatur, Kulturwissenschaften in Potsdam und Manchester. Seit 1999 freie Autorin.

WORTBILDER

19
MAI

08.00

Bis

11
NOVEMBER

Wortbilder, Kärnten  Rabea Edel • Sylvia Geist • Daniel Goetsch • Eleonora Hummel • Vanja Lichtensteiger • Maik Lippert • Nils Mohl • Gisela Müller • Christiane Neudecker • Arne Rautenberg • Birgit Utz • Vladimir Vertlib • Antje Wagner

Durch diese künstlerische Intervention wird der gesamte Landschaftsraum Kärnten durch Worte berührt. Installationen, Plakate, Flyer und Postkarten werden in den Bezirksstädten und im ländlichen Raum gestellt, verteilt, gehängt oder versendet werden. Der öffentliche Raum wird mit Kunst belebt, was eine starke und direkte Auseinandersetzung mit ihr evoziert.

10 kurze Texte von Schriftstellern, allesamt Stipendiaten des Klagenfurter Literaturkurses, der im Vorfeld der Tage der deutschsprachigen Literatur (mit Vergabe des Ingeborg-Bachmann-Preises) durchgeführt wird.

Idee und Konzept: Gerhild Tschachler-Nagy
Textauswahl: Heimo Strempfl
Realisierung: Anton Reinwald

Texte

Meine Mutter hatte mich viel früher aus dem Kindergarten abgeholt. Das Wort Scheidung hat mit Gestorbensein zu tun, auch wenn es nur ein halber Tod ist. Gegen Tod kann man nichts machen. Tod ist, wie in eine Figur zu schneiden: Passiert ist passiert.

Volker ALTWASSER
Volker Altwasser: Wie ich vom Ausschneiden loskam (Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln, 2003).


Stoffwechsel

Sicher ist der Schmerz
ein Maß, das du von Mal zu Mal
erwiesen glaubst: Amalgame, Prothesen, Erfahrung
ersetzen ihn fast, wenn es schlimm kommt
nur erscheinst du dir
noch unversehrt. Vom hässlichsten Tier

weißt du, es fühlt
nicht wie du, es nagt
ein nacktes, tagblindes Ding in den Händen
von Laboranten, die es lieben

weil ihm fehlt, was man dir liebend
gern abzöge. Schmerz, hörst du
ist ein Stoff, der deckt
sich mit deiner Haut
am Ende ganz.

(aus DER SPIEGEL vom 10.05.04:"(...) Nacktmulle verspüren keinen Schmerz, zumindest nicht in dem Ausmaß wie andere Säugetiere. Der Grund dafür ist, dass ihnen ein als Substanz P bezeichneter, für das Schmerzempfinden wichtiger Botenstoff fehlt.")

Sylvia GEIST
Aus dem Zyklus: Meldungen und ihre Gedichte.


Mamedow geht mit seinem hölzernen Zeigestock durch die Reihen und klopft damit denjenigen auf die Finger, die nicht fleißig genug mitschreiben. Er schlägt nicht fest zu, er lässt den Stock leicht und sanft wie einen Dirigierstab sinken. Der Lehrer bleibt hinter mir stehen.

Eleonora HUMMEL
Aus: Kaltes blaues Wasser.


Ich kann mich an eine Jeans erinnern, eine Rasierklinge und zwei Millionen vergessener Dinar in den Hosentaschen gefaltet. In meinen Gedanken liegt die riesige blaue Hose auf der Waschmaschine in der Wohnung meiner Eltern; sie ist mit einem Blutströpfchen befleckt.

Vanja LICHTENSTEIGER
Aus: Schubladen der Erinnerung. Ich war Titos Tochter.


Im Versuch einander zu begreifen, werden unsere Finger rastlos, wenn wir uns berühren, wir Seifenblasen sein. Wir werden einander ausatmen, schillernd und vergnüglich platzen. Wir werden uns schwerelos geben, schweben, in unbestimmter Richtung davon.

Gisela MÜLLER
Aus: Rose fährt Rennrad


Ich lehne mich in dich, Schatten, und wir tanzen. Bis wir stillstehen und die Stadt um uns rennt. Bis die Farben ineinanderfließen zu schummrigen, breiten Streifen. Hab ich früher oft gemacht. Jetzt selten. Los. Spüre mich rund. Fühle mich bei dir. Drehe uns, weiter, bis wir leicht werden.

Christiane NEUDECKER
Christiane Neudecker: In der Stille ein Klang. (Sammlung Luchterhand, 2005).


Mitten in der Nacht erwachte sie. Er lag neben ihr. Er schlief. Es war still, nur das Eis wuchs vor den Fenstern. Die Schatten der Baumwollpflanzen standen vor dem Bett. Sie strich sanft die Decke zurück und betrachtete ihn. Sie betrachtete ihn mit den Fingern.

Antje WAGNER
Antje Wagner: Hinter dem Schlaf. (Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln, 2005).


Er habe sich zur Emigration aus der Sowjetunion entschlossen, beteuerte Vater, weil er mir jene antisemitischen Erfahrungen ersparen wollte, mit denen er tagtäglich konfrontiert gewesen sei. Er habe Israel verlassen, um mir ein friedliches und gesichertes Leben zu ermöglichen. Er habe Österreich den Rücken gekehrt, weil er bei jedem älteren Mann auf der Straße annehmen mußte, dies könne der Mörder seiner Großmutter und jener zahlreichen anderen Verwandten sein, die während der deutschen Besatzung umgekommen waren. Warum sollte er mich dem Leben in einem Land aussetzen, auf dem die Vergangenheit laste wie ein bleiernes Gewicht?

Vladimir VERTLIB
Vladimir Vertlib: Zwischenstationen (Deuticke, Wien, 1999)


So viele Anlageberichte hast du verfasst, so viele Finanzmarktdaten zu einer zwingenden Logik verkettet, und hinein Versprechen gedrückt wie Rosinen, den Tequila-Effekt verschleiert, die Asienkrise beschönigt, und aus der Zukunft eine rosarote Wolke geblasen, hast in Konferenzräumen gestanden und mit Junganlegern auf globale Erfolge angestossen, Geld, meine Herren, Gewinne mitnehmen, du hast York Mayers Sprache gesprochen, der Aktionär sei König, der Finanzmarkt unser Schlachtfeld, Rendite, Benchmark, Return on Investment, Amen.

Daniel GOETSCH
Aus: Hochdruck im Flachland


nichts weiter
als weit weg vor langer zeit

Arne RAUTENBERG
Aus: Nichts weiter als


Birth.school.work.death.

Nils MOHL
Inspiriert von der Gruppe „The Godfathers“.


Die Blicke meiner Mutter, davon war ich überzeugt, würden eines Tages wie Schmetterlingsflügel auf mich abfärben.

Rabea EDEL
Aus: Paris, überbelichtet


Haustürknallen; Stille. Sie wollte schon immer mal alleine wegfahren.

Birgit UTZ


so streich ich dir übers shirt
deine brustwarzen fühlen sich spröde an
wie trockenerbsen

Maik LIPPERT
Aus: Café Atlantic.